Regelungen zur stundenweisen Betreuung

Frage: Wir haben einen zweijährigen schwerbehinderten Sohn mit Hydrozephalus, Schwerhörigkeit, Epilepsie und globaler Entwicklungsstörung. Wir suchen verschiedene Betreuungssmöglichkeiten für ihn, damit wir eine kleine Auszeit zwischendurch haben. Er geht in die Kita, hat Pflegestufe II und bekommt noch die zusätzlichen Betreuungsleistungen.

  • Wo wäre eine Betreuung tagsüber für ein paar Stunden (individuell bei uns zu Hause) möglich?
  • Ist eine Betreuung bei uns zu Hause auch nachts möglich?
  • Kann eine Freundin von uns die Betreuung übernehmen?
  • Was, wie und mit welchem Budget können wir die Betreuung bezahlen und wie kann man dies mit der Kasse abrechnen?

Unsere Antwort: Für eine stundenweise Betreuung können Sie sowohl die Verhinderungspflege als auch die zusätzlichen Betreuungsleistungen einsetzen. Allerdings sind die Voraussetzungen unterschiedlich, um diese Leistungen nutzen zu können:

  • Bei der Verhinderungspflege müssen keine Voraussetzungen bezüglich der Qualifikation der Betreuungsperson erfüllt sein. Das bedeutet, die Pflege kann beispielsweise auch durch Ihre Freundin zu Hause organisiert werden. Sie können den Stundensatz frei vereinbaren und legen die Rechnung dann zur Erstattung der Pflegekasse vor. Bei der stundenweisen Inanspruchnahme sollten Sie darauf achten, dass es weniger als acht Stunden täglich sind, damit das Pflegegeld nicht gekürzt wird. Sie können die Verhinderungspflege erstmals in Anspruch nehmen, nachdem die Pflege mindestens sechs Monate erbracht worden ist. Nicht verbrauchte Leistungen verfallen am Ende des Jahres.
  • Bei den zusätzlichen Betreuungsleistungen können Sie die stundenweise Betreuung nur über einen zugelassenen Anbieter sogenannter niedrigschwelliger Betreuungsleistungen in Anspruch nehmen. Eine Liste der anerkannten Träger führt die Sozialverwaltung Ihres Bundeslandes. Bei den zusätzlichen Betreuungsleistungen geben die Träger den Stundensatz vor und bieten Ihnen ihre MitarbeiterInnen an. Bei dieser Leistung rechnen die Träger direkt mit der Pflegekasse ab – sofern Sie nicht privat versichert sind. Nicht verbrauchte Leistungen können Sie in das nächste Folgehalbjahr übernehmen.

Zu welchen Tageszeiten Sie die Betreuung – egal ob Verhinderungspflege oder zusätzliche Betreuungsleistungen – in Anspruch nehmen, ist jeweils Verhandlungssache.

 

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