PID – Präimplantationsdiagnostik; wer will das entscheiden?

Zur Zeit wird in Deutschland eine kontroverse Diskussion um die sogenannte PID geführt. Unter der Präimplantationsdiagnostik versteht man die Untersuchung künstlich befruchteter Eizellen auf bestimmte Erbanlagen. Eizellen, die krankhafte Gene aufweisen, werden von Menschenhand ausgemustert, selektiert.

Bis zum Sommer will der Deutsche Bundestag dazu ein Gesetz verabschiedet haben. Die erste Beratung findet am 07. April 2011 statt. Doch welche/r Abgeordnete will das für oder gegen entscheiden? Sogar bei Paaren mit Kinderwunsch, die aufgrund einer eigenen vererbbaren Erkrankung mit schwerem Verlauf wissen, das der Nachwuchs den selben Gendefekt haben könnte, sprechen nicht mit einer Stimme. 

Die einen geben ihr Schicksal in „Gottes Hand“, die anderen schließen für sich eigenen Nachwuchs aus und wieder andere umgehen (jetzt noch?) die Restriktionen, verzichten auf eine natürliche Zeugung und nehmen die Belastungen einer künstlichen Befruchtung auf sich um im Vorfeld ausschließen zu können, dass an den Nachwuchs die eigene Erkrankung weitergegeben wird. Einen Einblick in die Beweggründe eines Paares, dass sich für die PID im Ausland entschied, gab der Tagesspiegel am 01.04.2011 mit einem Beitrag von Karin Christmann.

Was ist richtig, was ist falsch? Ich kann die Frage nicht beantworten.

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4 Antworten auf PID – Präimplantationsdiagnostik; wer will das entscheiden?

  1. Irmgard Ochsenknecht sagt:

    Liebe Claudia,

    ich habe den Artikel im Tagesspiegel, das Beispiel von Marie und Johann gelesen. Marie trägt das Huntington-Gen in sich und möchte es nicht an ihr KInd weiter vererben. Ein verständlicher Wunsch. Allerdings … es ist doch in Wahrheit so, dass die Frauen nichtdie Hormonbehandlung für die Eizellen selbst an sich vornehmen lassen, sondern dass diese Arbeit von zumeist armen Frauen, z.B. in osteuropäischen Ländern gemacht wird. Für ca. 50 € lassen sich Frauen mit Hormonen vollspritzen, damit eine künstliche Befruchtung bei Frauen, die Geld haben, durchgeführt werden kann. M.E. wird in dieser Debatte um die PID die Behinderung, die angeblich durch die PID verhindert werden soll, nur vorgeschoben.

    Fakt ist, dass die Befürwortung der PID die Ausbeutung von armen Frauen unterstützt. Die Frauen ruinieren ihren Körper aufs äußerste für ein paar Euro. Warum wird dieser Zusammenhang nicht mit in die Debatte geworfen?? Die Frau, der die Eizelle eingepflanzt wird, kann unmögich die vielen dafür herangezogenen Eizellen (in dem Beispiel waren es 17) vorher selbst heranziehen. Das schafft ein Frauenkörper so einfach nicht und es stimmt auch nicht so, wie es in dem Artikel beschrieben worden ist.

    Viele Grüße

    Irmgard Ochsenknecht

    • Claudia sagt:

      Liebe Irmgard,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Natürlich hängen an der Diskussion um PID noch mehr Einzelschicksale als die des betroffenen Paares. Hierbei ging es aber in erster Linie um ethische und moralische Aspekte einer PID bei prognostizierter, vererbbarer Erkrankung. Ich würde mir in diesem Fall nicht zutrauen, die „einzig wahre und richtige“ Entscheidung treffen zu können. Diese Zweifel sehe ich auch bei den Bundestagsabgeordneten, die darüber in nächster Zeit beraten und entscheiden müssen.

  2. Irina sagt:

    Hallo,

    ich vertrete zum Thema PID einen ganz klaren Standpunkt.
    In begründeten, sorgfältig geprüften Einzelfällen muß Pränatalimplantationsdiagnostik erlaubt werden.
    Meine Familie ist von einer schweren Erbkrankheit betroffen und ich wünsche meinem Sohn sehnlichst ein gesundes Kind.

    Viele Grüße

    Irina

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