Mutter darf ihren Sohn in die Reha begleiten und die Rentenversicherung muss zahlen

Das Sozialgericht Gießen hat in einem Beschluss vom 23.08.2012 die Deutsche Rentenversicherung Bund verpflichtet, die Kosten für die Unterbringung der Mutter eines achtjährigen Kindes während dessen Teilnahme an einer Rehabilitationsmaßnahme zu übernehmen.

Die Rentenversicherung hatte einem achtjährigen Jungen mit einer Neurodermitis und psychischen Störungen eine sechswöchige Kur in einer Fachklinik bewilligt, lehnte jedoch den Antrag der Mutter ab, die Kosten für sie als Begleitperson zu übernehmen.

Zuvor hatten Kinderarzt und Therapeutin bestätigt, dass eine Begleitung des Kindes durch die Mutter notwendig sei, da ansonsten der Kurerfolg nicht gewährleistet sei.

Die Rentenversicherung verwies bei seiner Ablehnung auf ihre Richtlinien zur Kinderheilbehandlung, die eine Übernahme der Kosten für die Mitnahme eines Elternteils nur bei Kindern im Vorschulalter und ansonsten nur in besonders gelagerten Ausnahmefällen, z.B. bei schwerstbehinderten Kindern, vorsieht. Außerdem verwies sie auf die gute Betreuung in der Klinik.

Das Sozialgericht maß der Stellungnahme des Kinderarztes ein besonderes Gewicht zu. Aus medizinischer Sicht sei die Begleitung notwendig und den Richtlinien sei weiterhin keine Begrenzung auf schwerstbehinderte Kinder zu entnehmen.

Sozialgericht Gießen, Beschluss vom 23.08.2012, S 4 R 284/12 ER

Dieser Beitrag wurde unter Alles, Nachrichten, Urteile abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.