Schwerbehinderung und Pflege

Eine anerkannte Schwerbehinderung führt nicht automatisch auch zur Anerkennung einer Pflegestufe. Hierbei handelt es sich um unterschiedliche Anspruchsgrundlagen und Zuständigkeiten!

Die Höhe des Schwerbehindertengrades und die Zuordnung bestimmter Merkzeichen können jedoch Indikatoren für eine mögliche Pflegebedürftigkeit sein. Zunächst einmal wird über die Anerkennung einer Schwerbehinderung erst entschieden, wenn sich eine gesundheitliche Beeinträchtigung dauerhaft (mehr als sechs Monate) in allen Bereichen des täglichen Lebens bemerkbar macht. Auch eine Pflegebedürftigkeit wird nur bei dauerhaftem Hilfebedarf anerkannt.

Der Grad der Behinderung (GdB) wird danach definiert, wie sehr sich die gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Alltag auswirken. Je höher der GdB, umso höher die Beeinträch-tigung. Die Merkzeichen geben darüber Auskunft, welche praktischen Auswirkungen mit der Beeinträchtigung verbunden sind.

Die Mobilitäts-Merkzeichen G, aG und B indizieren für sich allein in aller Regel wahrscheinlich keine Pflegebedürftigkeit. Das gleiche lässt sich annehmen bei den Merkzeichen Bl und Gl. Summieren sich die gesundheitlichen Beeinträchtigungen und führen dazu, dass eine Person für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens in erheblichem oder höherem Maße Hilfe benötigt, kann daraus eine Pflegebedürftigkeit im Sinne der Pflegeversicherung resultieren.

Die Voraussetzungen für die Erteilung des Merkszeichens H sind denen für eine Einstufung in die Pflegestufe 3 der Pflegeversicherung ähnlich. Hier sollte, sofern noch nicht geschehen, ein Antrag auf Anerkennung der Pflegebedürftigkeit bei der Pflegekasse gestellt werden.

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