Pflegetagebuch

Nachdem der Antrag auf Feststellung der Pflegebedürftigkeit gestellt worden ist, empfiehlt es sich, ein Pflegetagebuch über mehrere Tage zu führen.

Es hilft dabei, sich gut auf den anstehenden Besuch des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) vorzubereiten und sollte dem Mitarbeiter des MDK bei seinem Besuch vorgelegt werden.

Ein Pflegetagebuch sorgt dafür, den Pflegeaufwand tagesstrukturiert darzulegen und pflegeerschwerende Faktoren zu dokumentieren – zugegebenermaßen ein mitunter schmerzhafter Prozess für die Eltern. Entsprechende Vordrucke sind über Beratungsstellen oder Verbraucherzentralen zu beziehen oder stehen nach Eingabe des Suchbegriffs „Pflegetagebuch“ bei verschiedenen Quellen im Internet zum Download zur Verfügung. Zu empfehlen ist beispielsweise das von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen entwickelte Pflegetagebuch (PDF 86,5 KB). Der Sozialverband VdK Deutschland bietet ein Pflegetagebuch, das direkt am PC ausgefüllt und ausgedruckt werden kann.

Natürlich kann dieses Tagebuch auch in freier Form angelegt werden. Das möchten wir aber nicht empfehlen.

Häufige Fehler beim Führen eines Pflegetagebuches sind:

  • „kleine“ Hilfestellungen nicht zu erwähnen, wie Hilfe beim Aufstehen und Hinsetzen bei Wegen zum Essen, Schlafen oder zur Toilette
  • das selbstverständliche Händewaschen vor und nach dem Essen oder nach dem Toilettengang oder das Richten der Kleidung bei Kindern, die selbstständig zur Toilette gehen können, zu vergessen
  • nicht darauf hinzuweisen, wenn es bei dem Kind notwendig ist, mehrmals zu einer (dann selbstständigen) Handlung aufzufordern oder konkrete Anweisungen geben zu müssen, weil das Kind nicht in der Lage ist, die richtige Handlungsabfolge einzuhalten (z.B. erst die Zahnpasta auf die Zahnbürsten, dann Zähneputzen)
  • Faktoren nicht zu benennen, die die Pflege erschweren, wie z.B. räumliche Enge, Spastiken, Sinnesbeeinträchtigungen, Notwendigkeit von ritualisierten Handlungen

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