Pflegebedürftigkeit und Epilepsie

Die Diagnose Epilepsie führt nicht automatisch zur Anerkennung einer Pflegestufe.

Eine Epilepsie kann jedoch ein sogenannter Erschwernisfaktor bei der Pflege sein und daher zu einer höheren Einstufung führen. Dies ist z.B. der Fall, wenn aufgrund der Häufigkeit epileptischer Anfälle die regelmäßigen Verrichtungen des täglichen Lebens immer wieder unterbrochen oder eine Handlung nach einem Anfall neu aufgenommen werden muss. Auch anfallsbedingtes Erbrechen oder Urinieren können die Pflege erschweren. Nächtliche Anfälle können einen Hilfebedarf auslösen durch Beruhigen oder (neu) Lagern.

Epileptische Anfälle sind häufig Ausfluss einer neurologischen oder neurodegenerativen Erkrankung, so dass die Alltagskompetenzen des Betroffenen eingeschränkt sein können. Insoweit sollte man einen Anspruch auf die zusätzlichen Betreuungsleistungen – unabhängig von einer bereits vorhandenen Pflegestufe – prüfen lassen.

Eine Übersicht zu zertifizierten Epilepsie-Ambulanzen für Kinder und Jugendliche bietet der Deutsche Gesellschaft für Epileptologie e.V.

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