Beaufsichtigung bei Entwicklungsverzögerung oder geistiger Behinderung

Die Notwendigkeit der ständigen Beaufsichtigung eines Kindes aufgrund einer Entwicklungsverzögerung oder geistigen Behinderung zählt für sich allein nicht als Pflegebedürftigkeit.

Eine Pflegebedürftigkeit kann dennoch gegeben sein, wenn das Kind zwar motorisch in der Lage ist, alltägliche Verrichtungen auszuführen, jedoch der Unterstützung, Anleitung oder Beaufsichtigung bei den alltäglichen Verrichtungen bedarf, etwa weil es Handlungen nicht in einen sinnvollen Ablauf bringen kann (z.B. Unterhose über die Hose), Handlungsschritte vergisst (z.B. Zähneputzen ohne Zahnpasta) oder unterbricht (z.B. Weglauftendenz).

Bei dieser Form der Hilfe ist maßgeblich, dass die Pflegeperson dabei zeitlich und örtlich genauso gebunden wird, wie eine Pflegeperson, die diese Hilfestellung vollständig oder teilweise übernehmen müsste.

Da aufgrund einer Entwicklungsverzögerung oder geistigen Behinderung die Alltagskompetenzen des Kindes eingeschränkt sein können, sollte man einen Anspruch auf die zusätzlichen Betreuungsleistungen – unabhängig von einer bereits vorhandenen Pflegestufe – prüfen lassen.

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