Erfolgreiches Modellprojekt ohne Fortsetzung

Am 09.11.2011 endete das Modellprojekt „Bessere Vernetzung der Hilfen für pflegebedürftige Kinder“ mit einer Abschlusstagung in der Stadthalle Ahlen.

Das Modellprojekt erprobte die Möglichkeiten einer allumfassenden Begleitung pflegebedürftiger Kinder im Alter von 0 bis 17 Jahren und ihrer Familien im Rahmen eines Case Managements. Der Wunschtraum von Familien mit einem schwer erkrankten oder behinderten Kind in Krisenzeiten: aufgefangen werden durch ein Helfernetz, das den aktuellen konkreten Hilfebedarf erhebt, einen an die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Familie ausgerichteten Versorgungsplan aufstellt und den Weg aus der Krise begleitet.

Familien mit einem pflegebedürftigen Kind erleben immer wieder krisenhafte Situationen_by Dron

Das Resumée für das Modellprojekt fiel durchweg positiv aus, sowohl durch die Akteure (Case Manager und Familien) als auch durch die wissenschaftliche Begleitung. Und doch wird das Projekt nicht fortgeführt – für die betroffenen Familien und neutralen Beobachter nur schwer nachvollziehbar.

Aber so sind nun einmal die „Spielregeln“: Ein Modellprojekt wird immer nur für einen begrenzten Zeitraum finanziert, in diesem Fall vom GKV Spitzenverband. Danach sollte sich ein solches Projekt selbst finanzieren können. Die Weiterführung in dem erprobten Rahmen scheitert jedoch in diesem Fall an den zuständigkeits- und trägerübergreifenden Hilfen. Schließlich hat man die Familien nicht nur bei Fragen und Ansprüchen des SGB V (Krankenversichrung) oder SGB XI (Pflegeversicherung) begleitet. Nein, die Hilfen gingen mitunter sehr ins Detail: ALG II, Schulgesetz, Schwerbehindertenrecht, Frühförderung, Nachsorge, Dolmetscher und und und … eben alles, was eine Familie im konkreten Krisenfall gerade beschäftigte. Dafür findet sich nun keine Finanzierung.

Abschied vom Modellprojekt "Bessere Vernetzung der Hilfen für pflegebedürftige Kinder"_by David Castillo Dominici

Alle Beteiligten verabschieden sich mit dem Idealbild einer „familiengerechten Unterstützung auf Zeit“ vor Augen vom Projekt. Es war ein schöner Traum! Ein kleiner Trost bleibt: in einer sehr abgespeckten Form wird das bewährte Team die Familien nunmehr im Rahmen der Nachsorge begleiten. Eine Anspruchsgrundlage (SGB V), eine Zuständigkeit, das geht – auch auf Dauer – in unserem sozialrechtlichen System.

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