Die Situation pflegender Eltern

Am 27. Oktober 2012 erschien in der taz der Artikel „Die Nächte mit Kathi„. Der Beitrag beschreibt am Beispiel unserer Vorsitzenden Claudia Groth, wie sich das Leben mit einem chronisch schwer kranken, behinderten und pflegebedürftigen Kind anfühlen kann.

Das pflegebedürftige Kind nach einem epileptischen Anfall

Die Informationsbeschaffung ist an vielen Stellen für Eltern unverändert schwierig. Eltern fühlen sich häufig isoliert und sind im täglichen Kampf um Alltäglichkeiten gefangen: Arzneitherapie, Hilfsmittelversorgung, Diskussionen mit Behörden, die unzureichende Gewährleistung der Teilhabe ihrer Kinder in Kita und Schule. Ein Grund ist sicherlich die immer noch viel zu wenig vorhandene Sensibilität für die Randgruppe der Kinder und Jugendlichen in der großen Masse der pflegebedürftigen (alten) Menschen in Deutschland.

Dass der Journalist Thomas Schmelzer mit seinem Artikel den Nerv der pflegenden Eltern getroffen hat, zeigt eine E-Mail von Paula*:

„Liebe Frau Groth, liebe Kinderpflegenetzwerker,

per Zufall habe ich heute Ihren Artikel in der taz gelesen.

Bei mir flossen während des Lesens Tränen, da ich in diesem Moment bei Ihnen war. So viel konnte ich nachvollziehen, dass man immer 24 Std. im Einsatz ist, dass man immer Einzelkämpfer ist, dass man durch Zufall an brauchbare Informationen kommt, dass man immer mindestens fünf Berufe ausübt und das sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr.

Als alleinerziehende Mutter von Zwillingen (Frühchen, Junge und Mädchen mit Downsyndrom) fühle ich mich auch nach 19 Jahren oft allein gelassen …“

Schluck. Uns ist bewusst, dass nicht alle Eltern die Kraft haben, laut auf die Verhältnisse aufmerksam zu machen. Immer wieder hören wir von ihnen die nachdenkliche Frage, warum es in unserem reichen Land nicht möglich ist, die Familien besser und nachhaltig zu begleiten und zu unterstützen. Um so mehr freuen wir uns über engagierte Journalisten und Journalistinnen, die ihren Beitrag zu leisten, dass die Situation pflegender Eltern bekannter wird und mit der Zeit vielleicht auch die ein oder andere Verbesserung erreicht werden kann.

*Name geändert

 

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