Buchempfehlung – Lotta Wundertüte

Ein Buch macht „in der Szene“ gerade die Runde: Lotta Wundertüte – Unser Leben mit Bobbycar und Rollstuhl von Sandra Roth.

Sie beschreibt darin die ersten drei Jahre mit ihrem zweitgeborenen Kind, Tochter Lotta. Im neunten Monat schwanger, erhält die Autorin die Diagnose, dass ihre Tochter eine seltene Gefäßfehlbildung im Gehirn hat. Jede Prognose zu möglichen Behinderungen oder einer „normalen“ Entwicklung wäre unseriös gewesen. Und so erfährt die Leserschaft, wie es sich anfühlt, aus der „normalen“ Welt herauszufallen und in einem Paralleluniversum wieder aufzuwachen und vom Kampf um „Normalität“.

Ein Buch mit therapeutischem Wert

Lotta Wundertüt_Buchcover

Eine Situation, die Eltern von „besonderen“ Kindern kennen, die aber auch alle anderen kennen sollten. „Pflichtlektüre für Menschen ohne Behinderung!“, so eine Rezensionsüberschrift bei einem großen Online-Buchhändler. „Trifft auch die, die es nicht betrifft.“, eine andere. Und das gelingt hervorragend, denn dieses Buch ist keine „Betroffenheitsliteratur“. Es hält uns allen – „Betroffenen“ wie „Nicht-Betroffenen“ – den Spiegel vor und betreibt eine humorvolle „Millieustudie“.

Abgesehen von den persönlichen Fragen bringt die Autorin als „gelernte Journalistin“ auch viele gesellschaftspolitische Fragestellungen mit ins Spiel und beschreibt die Diskussion, die in Deutschland schon sehr lange geführt wird und immer noch geführt werden muss.

Das Buch sei eine Umarmung für alle Mütter (Eltern) eines „besonderen“ Kindes, schrieb eine Mutter in einem Elternforum. Ein Buch voll großer Fragen, das Mut macht, auch den schwierigen Momenten im Leben mit Optimismus und Humor zu begegnen. Der Humor, mit der Lottas Familie ihr neues Leben angeht und mit dem dieses Buch geschrieben ist, hat hohen therapeutischen Wert. Unbedingt lesen!

Lotta Wundertüte – Unser Leben mit Bobbycar und Rollstuhl, Sandra Roth
Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2013, gebundene Ausgabe, 272 Seiten

ISBN 978-3-462-045666, 18,99 €

 

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