BKK Faktenspiegel beleuchtet das Thema Pflege in Deutschland

Auch in diesem Jahr hat der BKK Bundesverband einen Faktenspiegel zum Thema Pflege herausgegeben. Die wichtigsten Aussagen im Bezug auf die häusliche Versorgung pflegebedürftiger Kinder lauten:

  • Die vollstationäre Pflege machte 2010 den größten Ausgabenanteil der Pflegeversicherung aus. Immerhin 10,24 Mrd. € und damit die Hälfte der insgesamt 20,44 Mrd. € Leistungsausgaben flossen in den stationären Bereich.
  • Stationär wurde aber nur knapp ein Drittel aller Pflegebedürftigen versorgt. Gut zwei Drittel der Menschen mit Pflegestufe werden zu Hause gespflegt, entweder komplett allein durch Angehörige oder in Kombination mit ambulanten Pflegedienst-Leistungen.
  • Auf Platz zwei und drei der Ausgaben folgten die Pflegegeldleistungen bei der Pflege durch Angehörige und die Pflegesachleistungen.
  • Den kleinsten Ausgabenanteil machte die Pflegeberatung aus und auch die Ausgaben zur sozialen Absicherung (Rentenversicherung) und Entlastung (Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege, zusätzliche Betreuungsleistungen, Tages-/Nachtpflege und Hilfsmittel) pflegender Angehöriger nehmen sich mit zusammen (!) 2,52 Mrd. recht bescheiden aus (~ 12 %).
  • Die kleinste Gruppe (< 3 %) unter den Pflegebedürftigen ist die der Kinder und Jugendlichen bis zu einem Alter von 15 Jahren.
  • Das Verhältnis der Pflegestufen I, II und III zueinander beträgt ungefähr 3 : 2 : 1.Ein paar Fragen stellen sich angesichts der Zahlen:

    Wo bleibt die Anerkennung der Politik für die Leistung pflegender Angehöriger?

    Die häusliche Pflege entlastet die Solidargemeinschaft in nicht unerheblichem Maß. Mehrere Mrd. € (wenn wir richtig gerechnet haben: 3,4 Mrd.) müssten anhand der oben genannten Zahlen zusätzlich ausgegeben werden, wenn weniger Menschen zu „häuslichen Pflegearrangements“ bereit wären.

    Es ist ebenfalls ein schlechtes Zeichen, wenn die Ausgaben für die Pflegeberatung den kleinsten Kostenanteil haben. Erhalten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen (bewusst?) zu wenig Informationen?

    Da Kinder und Jugendliche die kleinste Gruppe aller pflegebedürftigen Menschen stellen und sie zudem nur sehr vereinzelt in stationären Einrichtungen versorgt werden, sind sie ein geringer „Kostenfaktor“. Gäbe es eine größere Aufmerksamkeit wenn sie höhere Kosten „verursachen“ würden oder ihre Gruppe größer wäre?

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