Arztbesuch mit Hürden

Am 23.02.2011 berichtete die Ärzte Zeitung über beschwerliche Arztbesuche für behinderte Menschen. Oft würden sie abgewiesen, Praxisräume seien mit einem Rollstuhl nicht zu erreichen, es gäbe keine speziellen Behandlungsliegen und das Arzt-Patienten-Gespräch sei zu kompliziert. Die Beteiligten in der Gesundheitspolitik und -versorgung schöben sich gegenseitig die Schuld dafür in die Schuhe, dass ein Praxisbesuch für behinderte Menschen mit hohen Hürden verbunden sei.

Das Zuständigkeitsgeschiebe hilft indes den Betroffenen selbst und ihren Angehörigen nicht weiter. Ihr Ansprechpartner bei dem Versuch, einen Untersuchungstermin möglichst barrierefrei und nervenschonend für alle Beteiligten über die Bühne zu kriegen, ist in erster Linie das Praxis- oder Pflegepersonal. Das ist oftmals überlastet und fühlt sich am wenigsten verantwortlich. Dabei könnte es als „Mittler“ zwischen Patient und Arzt/Klinik einiges bewirken. Als Erstes Betroffenen und deren Angehörigen empathisch gegenüber treten, wenn diese beispielsweise die Beantragung zur Errichtung eines Behindertenparkplatzes vor der Praxis anregen oder nach einem speziellen Pflegebett während des Klinikaufenthalts  fragen. Zweitens versuchen, unnötige Wartezeiten für „krankheitserprobte“ Menschen auf ein mögliches Minimum zu reduzieren. Und drittens Hilfe und Unterstützung außerhalb des Üblichen anbieten. Denn eines können viele Betroffenen und ihre Angehörigen ganz schlecht: um Hilfe bitten.

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